Eigentlich sah er ja ganz nett aus. Anfangs. Nett und unauffällig. Genau so, wie man sich halt den sogenannten netten Jungen von nebenan vorstellt. Beziehungsweise vorstellen muss. Weil ihn zwar jeder kennt. Aber niemand hat. Den netten Jungen. Nebenan.
Da saß er nun. In seinem viel zu großen weißen Lieferwagen. Und fuhr langsam vorüber. Mit einem zufriedenen Lächeln in seinem schmalen bartlosen Gesicht. Unauffällig eben. Das Gesicht. Bis sich seine entspannten Züge plötzlich zu einer fürchterlichen Fratze verkrampften. Zeitgleich mit dem Quietschen der Bremsen. Etwa. Man konnte förmlich beobachten, wie sich die Schweißperlen, die kurz vorher noch gar nicht dagewesen zu schienen, zu kleinen Rinnsälen formierten und ihm langsam über die gerunzelte Stirn rannen. Und dann passierte alles sehr schnell: Mit laut aufheulendem Motor setzte er den Wagen, der soeben noch ganz gemählich vorüberfuhr, fast möchte man sagen: -glitt, um zehn, fünfzehn Meter zurück. Riss, ohne sich umzusehen, also ganz so, wie es ihm sein Vater bestimmt verboten hatte ("Und dass du mir ja auf ihn aufpasst!"), mit einem Ruck die Fahrertüre auf und sprang mit beiden Füßen zugleich hinaus. Raus, auf den heißen Asphalt. Der plötzlich ein wenig zu dampfen schien. Mit ein wenig Phantasie. Da stand er nun. Breitbeinig. Jede Muskelfaser seines Körpers angespannt. Den Kopf eingezogen. Gerade so weit, wie es die hervortretenden Stränge an seinem Hals erlaubten. Sie ging sofort über. Seine Anspannung. In die ihn Beobachtenden. Die von ihm, wenn auch nur kurz, mit kaltem Blick fixiert wurden.
Alle wussten es. Dass es passieren würde. Und sie, gerade noch Beobachter der Szene, Zeugen von dem werden würden, was passieren würde, von dem jeder wusste, dass es passieren würde. Mit schweren Schritten, schwerer, als man es seiner mit einem Male gar nicht mehr jugendlich wirkenden Gestalt zugemutet hätte, bewegte er sich auf sie zu. Den Wagen, der sich auf ihn langsam aber sicher näherte, ignorierend. Alles war still. Alles. Außer ihn. Man konnte ihn hören, seinen schweren Atem, der seine dünnen Nasenflügel erbeben ließ. Ja, man konnte ihn sogar sehen. Seinen Atem, wie er die heiße Luft dieses wolkenlosen Hochsommernachmittags noch ein wenig mehr zum Flirren brachte. Mit ein wenig Phantasie. Manche wendeten ihren Blick ab. Konnten nicht mehr länger zuschauen. Oder wollten es nicht. Je nachdem. Die, deren Blick sich wie gebannt an seinen Rücken geheftet hatte, konnten sehen, wie er sich, sein Körper eine einzige zu Fleisch gewordene Drohung, auf das Fenster zubewegte. Hinter dem man erahnen konnte, dass sie da stand. Angekommen, schnellte sie hoch. Seine zur Faust verkrampfte Hand, die ein verknülltes Päckchen umschloss. Dieses öffnend zog er noch einmal, ein letztes Mal, scharf die asphalt- und abgasgeschwängerte Luft durch seine rotgeäderten Nasenflügel. Bevor er mit einem Schrei, der alle Anwesenden zusammenzucken ließ, durch das Fenster hindurch brüllte:
"Sie! Die Pommes! Sie haben schon wieder die Pommes vergessen...!".
i'm lovin' it.
Da saß er nun. In seinem viel zu großen weißen Lieferwagen. Und fuhr langsam vorüber. Mit einem zufriedenen Lächeln in seinem schmalen bartlosen Gesicht. Unauffällig eben. Das Gesicht. Bis sich seine entspannten Züge plötzlich zu einer fürchterlichen Fratze verkrampften. Zeitgleich mit dem Quietschen der Bremsen. Etwa. Man konnte förmlich beobachten, wie sich die Schweißperlen, die kurz vorher noch gar nicht dagewesen zu schienen, zu kleinen Rinnsälen formierten und ihm langsam über die gerunzelte Stirn rannen. Und dann passierte alles sehr schnell: Mit laut aufheulendem Motor setzte er den Wagen, der soeben noch ganz gemählich vorüberfuhr, fast möchte man sagen: -glitt, um zehn, fünfzehn Meter zurück. Riss, ohne sich umzusehen, also ganz so, wie es ihm sein Vater bestimmt verboten hatte ("Und dass du mir ja auf ihn aufpasst!"), mit einem Ruck die Fahrertüre auf und sprang mit beiden Füßen zugleich hinaus. Raus, auf den heißen Asphalt. Der plötzlich ein wenig zu dampfen schien. Mit ein wenig Phantasie. Da stand er nun. Breitbeinig. Jede Muskelfaser seines Körpers angespannt. Den Kopf eingezogen. Gerade so weit, wie es die hervortretenden Stränge an seinem Hals erlaubten. Sie ging sofort über. Seine Anspannung. In die ihn Beobachtenden. Die von ihm, wenn auch nur kurz, mit kaltem Blick fixiert wurden.
Alle wussten es. Dass es passieren würde. Und sie, gerade noch Beobachter der Szene, Zeugen von dem werden würden, was passieren würde, von dem jeder wusste, dass es passieren würde. Mit schweren Schritten, schwerer, als man es seiner mit einem Male gar nicht mehr jugendlich wirkenden Gestalt zugemutet hätte, bewegte er sich auf sie zu. Den Wagen, der sich auf ihn langsam aber sicher näherte, ignorierend. Alles war still. Alles. Außer ihn. Man konnte ihn hören, seinen schweren Atem, der seine dünnen Nasenflügel erbeben ließ. Ja, man konnte ihn sogar sehen. Seinen Atem, wie er die heiße Luft dieses wolkenlosen Hochsommernachmittags noch ein wenig mehr zum Flirren brachte. Mit ein wenig Phantasie. Manche wendeten ihren Blick ab. Konnten nicht mehr länger zuschauen. Oder wollten es nicht. Je nachdem. Die, deren Blick sich wie gebannt an seinen Rücken geheftet hatte, konnten sehen, wie er sich, sein Körper eine einzige zu Fleisch gewordene Drohung, auf das Fenster zubewegte. Hinter dem man erahnen konnte, dass sie da stand. Angekommen, schnellte sie hoch. Seine zur Faust verkrampfte Hand, die ein verknülltes Päckchen umschloss. Dieses öffnend zog er noch einmal, ein letztes Mal, scharf die asphalt- und abgasgeschwängerte Luft durch seine rotgeäderten Nasenflügel. Bevor er mit einem Schrei, der alle Anwesenden zusammenzucken ließ, durch das Fenster hindurch brüllte:
"Sie! Die Pommes! Sie haben schon wieder die Pommes vergessen...!".
i'm lovin' it.


