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gesehen

"Oder ist es Ihnen scheißegal?", wollte er wissen. Der Herr Schwupp. Der nicht nur so klang, sondern auch ein wenig so aussah wie Rudi Carell. Vor 60, 70 Jahren. Leider war es mir nicht scheißegal. Vor allem, weil ich in der Simultanübersetzung ins Österreichische etwas hinterherhinkte. Wurscht wär's mir nämlich gleich gewesen. So aber war ich mir sicher, dass die in ein auf einer Waage befindliches Wassergefäß getauchte schwupp'sche Hand nur eines bewirken konnte: nämlich nichts.
Womit ich genauso falsch lag, wie bei der zum Warm up gestellten Frage, wie denn nun die Söhne von Peters Mutter heißen. (Schwupp: "Tick, Trick und...?" alle: "Track!" Jawohlja. Einfache Logik kann so herrlich den Geist verwirren. Dabei lag die Quantenphysik noch vor uns.)
Sehr schön war aber der expertenhafte Rat, dass es einem im Zweifel doch eher scheißegal sein sollte. Der Experimentierende erhält sich derart seine unbefangene Natur. Der ideale Ausgangspunkt für jeden Versuch. Mir ist es halt doch eher wurscht. Bloß wurscht waren die mir heute nicht. Ich bin befangen. Dieses Experiment werde ich wohl bei Gelegenheit wiederholen müssen.
Am besten gleich am 19.9. Bei "Locker und erfolgreich flirten". Um am 24.9. mit "Seminar: Locker & erfolgreich Flirten" eine nie geahnte Perfektionsstufe zu erreichen. Und um mich am 24.6. bei "Einkochen & Haltbar machen – Keine Kunst!" zu fragen, warum die auf der Volkshochschule dem Problem mit der Chronologie noch immer nicht beigekommen sind. Um die Antwort zu bekommen: Wurscht.

"...
Das sagen begeisterte Anwenderinnen über C.O.M.E.!
...
Alexander Goebel, Kabarettist und Sänger:
„Ich sage: ENDLICH! Der Pawlovsche "wir-müssen-die-Frau-zum-Höhepunkt-bringen"-Stress der Männer, dem wir seit den Orgon-verseuchten Sechzigern verfallen sind, hat nun ein Ende, weil die Frauen, dank Prof. Stifter, jetzt aktiv mitarbeiten können und durch Beckenbodentraining sozusagen das zweite Einkommen zum sexuellen Haushalt beisteuern. Das heißt übrigens noch lange nicht, dass es ab jetzt immer funktioniert, aber wenigstens ist die Schuldfrage nicht mehr ganz so eindeutig und der Leistungsdruck kann insgesamt für alle Beteiligten weniger werden!“
..."
Sehr schön, Herr Alexander. Wann ist Ihnen denn das eingefallen? Vor oder nach Ihrem OutcomingC.O.M.E.?

Er ist wieder da.

Haarhaarhaar.

Lesen Sie demnächst: Wie sich die Frau Christerl ihr Doppelkinn kaschiert.

Und dann war dann noch dieses Grübchen. Am Kinn. Das sich bei genauerer Betrachtung als ein der Rasur entgangenes Stück Haar entpuppte. Akkurat umrissen und auf gepflegte Länge im Nanomillimeterbereich gehalten. Und doch ein Schatten seiner selbst. Das kreisrunde Stück Bart.

Tarnen und täuschen. Für das Be-he-ste im Ma-ha-hann.

Eigentlich sah er ja ganz nett aus. Anfangs. Nett und unauffällig. Genau so, wie man sich halt den sogenannten netten Jungen von nebenan vorstellt. Beziehungsweise vorstellen muss. Weil ihn zwar jeder kennt. Aber niemand hat. Den netten Jungen. Nebenan.
Da saß er nun. In seinem viel zu großen weißen Lieferwagen. Und fuhr langsam vorüber. Mit einem zufriedenen Lächeln in seinem schmalen bartlosen Gesicht. Unauffällig eben. Das Gesicht. Bis sich seine entspannten Züge plötzlich zu einer fürchterlichen Fratze verkrampften. Zeitgleich mit dem Quietschen der Bremsen. Etwa. Man konnte förmlich beobachten, wie sich die Schweißperlen, die kurz vorher noch gar nicht dagewesen zu schienen, zu kleinen Rinnsälen formierten und ihm langsam über die gerunzelte Stirn rannen. Und dann passierte alles sehr schnell: Mit laut aufheulendem Motor setzte er den Wagen, der soeben noch ganz gemählich vorüberfuhr, fast möchte man sagen: -glitt, um zehn, fünfzehn Meter zurück. Riss, ohne sich umzusehen, also ganz so, wie es ihm sein Vater bestimmt verboten hatte ("Und dass du mir ja auf ihn aufpasst!"), mit einem Ruck die Fahrertüre auf und sprang mit beiden Füßen zugleich hinaus. Raus, auf den heißen Asphalt. Der plötzlich ein wenig zu dampfen schien. Mit ein wenig Phantasie. Da stand er nun. Breitbeinig. Jede Muskelfaser seines Körpers angespannt. Den Kopf eingezogen. Gerade so weit, wie es die hervortretenden Stränge an seinem Hals erlaubten. Sie ging sofort über. Seine Anspannung. In die ihn Beobachtenden. Die von ihm, wenn auch nur kurz, mit kaltem Blick fixiert wurden.
Alle wussten es. Dass es passieren würde. Und sie, gerade noch Beobachter der Szene, Zeugen von dem werden würden, was passieren würde, von dem jeder wusste, dass es passieren würde. Mit schweren Schritten, schwerer, als man es seiner mit einem Male gar nicht mehr jugendlich wirkenden Gestalt zugemutet hätte, bewegte er sich auf sie zu. Den Wagen, der sich auf ihn langsam aber sicher näherte, ignorierend. Alles war still. Alles. Außer ihn. Man konnte ihn hören, seinen schweren Atem, der seine dünnen Nasenflügel erbeben ließ. Ja, man konnte ihn sogar sehen. Seinen Atem, wie er die heiße Luft dieses wolkenlosen Hochsommernachmittags noch ein wenig mehr zum Flirren brachte. Mit ein wenig Phantasie. Manche wendeten ihren Blick ab. Konnten nicht mehr länger zuschauen. Oder wollten es nicht. Je nachdem. Die, deren Blick sich wie gebannt an seinen Rücken geheftet hatte, konnten sehen, wie er sich, sein Körper eine einzige zu Fleisch gewordene Drohung, auf das Fenster zubewegte. Hinter dem man erahnen konnte, dass sie da stand. Angekommen, schnellte sie hoch. Seine zur Faust verkrampfte Hand, die ein verknülltes Päckchen umschloss. Dieses öffnend zog er noch einmal, ein letztes Mal, scharf die asphalt- und abgasgeschwängerte Luft durch seine rotgeäderten Nasenflügel. Bevor er mit einem Schrei, der alle Anwesenden zusammenzucken ließ, durch das Fenster hindurch brüllte:
"Sie! Die Pommes! Sie haben schon wieder die Pommes vergessen...!"
.

i'm lovin' it.

im Wienerwald wird man zwar manchmal in die Irre geführt. Das aber höflich. Bitt'schen, gnä' Frau, g'schamsta Diener!
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kann man sich punkto Kennzeichnungspflicht für bedenkliche Lebensmittel eine Scheibe abschneiden.
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Eine große Scheibe. Mit Knedliky. Prosím.

weiß man, dass die nicht nur in Tulln vor Anker liegt. Sondern machmal auch passiert. Zum Beispiel heute. In männlicher Form.

Herrlich. Solche verregnete Samstagvormittage. Kein einziger Sonnenstrahl in Sicht. Der einem den inneren und mittlerweile gut abgerichteten Schweinehund mit erhobenen Zeigefinger drohend den Weg in die frische Luft weist. Ich liebe das. Das schlechte Gewissen darf schlafen. Wie immer. Auf der Couch. Dort liegt auch mein innerer Schweinehund samt Peripherie und lässt geduldig und gelassen an seinen Tränendrüsen manipulieren.

let12 Während auf ORF1 geheiratet wird, article-24-img1 beschwört man auf ORF2 ein religiöses Woodstock herauf. Schön. Auch wenn mir beides etwas spanisch erscheint. Da werden mehr oder weniger gut behütete Damen der Gesellschaft von lebensgroßen beordeten Zinnsoldaten, die sich uns ihre Schäfchen schon immer gut ins aristokratische Trockene gebracht haben, geordnet ins Kircheninnere geleitet. Dort werden ganzkörperkondomisierte Gläubige von kirchlichen Würdenträgern, die sich recht modern* in blutverschmierten gelben Soutanen** new-31 gewandet zeigen, im Regen stehen gelassen. Und noch zusätzlich mit Wasser besprengt. Was ob der plastifizierten Aufmachung der ersteren auf den ersten Blick etwas suboptimal erscheint. Auf den zweiten etwas paradox. Und auf den dritten ziemlich antichristlich. Und so schön. Denn während ich wieder nach Madrid schalte, von dort wieder retour zur katholischen WalWahlWallfahrt der Völker und wieder zurück, stimme ich ein in den göttlichen Hochgesang auf diese Herrlichkeit:

"Purple rain, Purple rain, I only wanted to see you bathing in the purple rain..."

*modern: ich modere, du moderst, er/sie/es modert, wir modern, ihr modert, sie modern

**welche den ungläubigen Betrachter an einen kollektiven Rasierunfall vor dem Morgengebet glauben lassen

muss ich mir wohl noch einmal anschauen. Und war im Slow-motion-modus. Bin nämlich bei der Pai Mei's five-point exploding heart technique nicht ganz mitgekommen. Zumindest klappt diese gestern Abend im Kino sofort angeeignete Tötungsmethode nicht. Nicht bei mir. Der letale Ausgang lässt nämlich auf sich warten. Nicht bei mir. Bei ihm. Kann aber natürlich daran liegen, dass sich das Objekt meines Angriffs weigert, sich die paar Schritte von der Couch zu entfernen. Tja. So mein Lieber, werde ich dein Herz nie zum Explodieren bringen, so nicht!

Kältefront macht es passionierten Kletterern auch nicht gerade leichter. Die Kreativen unter ihnen nützen jedoch jede sich bietende Gelegenheit.
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Indome-klettern nennt man das jetzt, glaub' ich.

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