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versautes

„Und mach ein weiten Bogen um den Süßigkeitenautomaten!“ rief sie mir noch nach. Bevor sie mich und die zu bekufende Dreijährige uns selbst und dem sonntagvormittäglich überfüllten Eislaufplatz überließ. „Ja! Tante Chisti! Gemma Smarties drücken!“ folgerte die Kleine richtig. Und lautstark. Ein konspirativ geflüstertes „Der Mama müss ma ja nix sagen“ hinterherschickend. Während sie ihre bereits mit schweren Eisen beschlagenen minderjährigen, zwischen der eisigen Arena und dem kohlehydratspendenden Automaten hin- und herstaksenden Miteisläufer beobachtete. Mein pädagogisch sehr wertvoller Einwand „Lass uns doch zuerst wenigstens die Eislaufschuhe anziehen“, wurde von der Kleinen zwar mit hochgezogener Augenbraue unübersehbar missbilligt - und man glaubt gar nicht, wie hoch so eine Augebraue über eine so kleine dreijährige Stirn wandern kann, wenn sie es soll - aber doch befolgt. Die erste Runde ging also bereits an mich. Dachte ich mir noch mit einem gewissen Stolz, gefüttert mit der präventiv elterlich verabreichten Information, dass Klein-A. mit dem Herrn Papa in der Vorwoche lediglich eine halbe geschafft hatte. Auf dem Eis. Und man, also ich, es nicht übertreiben solle. Mit den eislauf-tantenhaften Ambitionen. Und dann war da ja noch dieser Süßigkeitenautomat.

„Und? Freust dich schon?“ versuchte ich motivierend auf die warm eingepackte Kleine, die mittlerweile mit einer michelinmännchenhaften Grazie auf der Garderobenbank Platz genommen hatte und mir dort ihre bemoonbootsten Füße entgegenstreckte, einzuwirken. Resistent gegen diesen tanten- und stümperhaften Begeisterungsversuch hüllte sie sich zuerst in ein gelangweiltes Schweigen. Und ich sie dann in die Kufen. Und die saßen. Fest. Bombenfest. Zu fest, wie A. anklagend, ihr Schweigen kurz unterbrechend, feststellte. Und diese Augenbraue…nein, was stand uns doch bloß noch für ein lustiger Eislaufvormittag bevor, nicht wahr. „Wennst der Mama nix sagst magst, können wir die Socken weglassen. Sollen wir?“ Und plötzlich war er da. Der kleinkindliche Begeisterungssturm, mit dem ich fälschlicherweise bereits vom Beginn unserer Mission an gerechnet hatte. Aber egal. Besser spät also nie. Und schulterzuckend ließ sie sich von ihm, dem Begeisterungssturm, zu einem „Ja. Gut. Mach halt.“ hinreißen. Dem Sturm folgten die Socken. Den Socken die Eislaufschuhe. Und denen ein Wehklagen. Begleitet, natürlich, von der akrobatenhaften Aufwärtsbewegung der bereits bekannten Augenbraue. Der rechten übrigens. „Du, Tante Chisti“, stellte A. weinerlich fest, „die drücken. Gemma wieder heim.“ „Aber geh’, A! Schau: jetzt hast mehr Platz in den Schuhen als vorher, das kommt dir nur so vor als ob was drücken würde.“ „Doch! Da drückt was!“, bestand sie auf ihrer Wahrnehmung. Welche sie auf die Spitze trieb, indem sie mir die ihres glaublich drückenden Schuhes in den Oberschenkel trieb. Mit Nachdruck. Begleitet von der mittlerweile rapide an Höhe verlorenen Augenbraue, zu der sich augenblicklich ihre Mitstreiterin gesellte. Auf Abstand gehalten durch die mittlerweile hübsch ausgeprägte Zornesfalte. „Du, da kann gar nichts mehr drücken!“ „Doch, da drückt was!“ „Nein, du, da kann nichts…schau, ich beweis es dir“, und schon waren wir an unserem Ausgangspunkt angelangt. Ziehe nicht über Start und behebe keine 200. Ich würde dieses Spiel verlieren, das war mir bereits klar. Und dennoch versuchte ich mein bestes Gesicht, das ich für solche Situationen eben nicht draufhatte, hervorzukramen, während ich die beiden wieder den Kinderfüßen entledigten Eislaufschuhe umdrehte, in die Höhe riss und publikumswirksam durchschüttelte. Und da fiel es heraus. Das Schwein. Das mir den Eislaufvormittag versauen wollte. Mit vollem Einsatz seines auf zehn Zentimeter verteilten pädagogisch wertvollen Qualitätskunststoffs deutscher Provenienz. Und die Pointe, ja die suchen wir noch immer.

das ich heute noch fertigmachen muss (also schöne Augen machen und so...), und zwar noch bevor es in die Kirche geht, konnte ich mir nun endlich ein Bild machen.
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